Eine Schwangerschaft gehört zu den wohl außergewöhnlichsten und aufregensten Zeiten im Leben einer Frau. Jeder Tag bringt neue Überraschungen: Veränderungen, die eine werdende Mutter an ihrem Körper wahrnimmt - aber auch Entwicklungen der Lebensumstände. Natürlich ist jede Schwangerschaft individuell und einzigartig. Neben der Freude über das zu erwartende Kind kann die Schwangerschaft aber auch eine Portion Unsicherheit mit sich bringen und oft haben werdende Mütter ähnliche Fragen und Sorgen: Darf ich verreisen? Wie kann ich mich gesund ernähren? Kann ich an Schwangerschaftsdiabetes erkranken?
Im Verlauf einer Schwangerschaft sieht die gesetzliche Mutterschaftsrichtlinie diverse Vorsorgeuntersuchungen vor. Darüber hinaus können eine Reihe von Zusatzuntersuchungen wahrgenommen werden. So zeigt aktuell auch der Einzug des nicht-invasiven Pränataltests (NIPT) in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen, dass sich das Angebot an vorgeburtlichen Untersuchungen (Pränataldiagnostik) stetig weiterentwickelt.
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Bitte bringen Sie diese Dokumente mit:
Impfpass: vor bzw. zu Beginn der Schwangerschaft mitbringen
Mutterpass: zu jeder Vorsorgeuntersuchung mitbringen
Gestörter Zuckerstoffwechsel in der Schwangerschaft
Laut Mutterschafts-Richtlinie soll jeder schwangeren Frau das Screening mittels 50-g-Glucose-Challenge-Test (GCT) angeboten werden. Der Test kann nicht nüchtern durchgeführt werden. Als Goldstandard für die Diagnostik des GDM gilt nach DDG-/DGGG-Leitlinie der orale Glukosetoleranztest mit 75 g Glukose (75-g-oGTT).
Messung der venösen Gelegenheits-Glukose- Konzentration: Erstvorstellung vor der 24. SSW Bei Vorliegen von Risikofaktoren (Aufzählung s. Kasten) wird vor der 24. SSW die Messung der venösen Gelegenheits-Glukose-Konzentration unabhängig von der Tageszeit und Nahrungsaufnahme empfohlen. Alternativ kann auch die Nüchtern-Plasmaglukose- Konzentration bestimmt werden.
Screening mittels 50-g-Glucose-Challenge-Test (GCT): Vortest zwischen SSW 24+0 und 27+6 Beim stufenweisen Vorgehen wird zunächst ein 50-g- GCT-Screeningtest durchgeführt. Wird der vorgeschriebene Zeitpunkt verpasst, kann dieser Screeningtest auch noch bis SSW 32+0 durchgeführt werden. Mit dieser Untersuchung werden 82 % der GDM-Fälle erkannt. Die Patientin erhält dazu eine 50-g-Glukoselösung (z. B. 200 ml Dextro-OGT-Saft) zu trinken. Nach einer Stunde wird der Patientin erneut venöses Blut entnommen.
Die Bestimmung der Glukosekonzentration soll ausschließlich in venösem Plasma oder venösem Vollblut erfolgen. Bei der Untersuchung ist die sichere präanalytische Glykolysehemmung mittels Natriumfluorid (NaF) in Kombination mit Citratpuffer obligat. Die Verwendung von nicht Citrat-gepufferten Blutentnahmeröhrchen kann zu unentdecktem GDM führen und ist mit erheblichen Akut- und Langzeitrisiken für Mutter und Kind assoziiert
Risikofaktoren für das Auftreten eines Gestationsdiabetes
Alter > 45 Jahre
BMI > 30 kg/m² präkonzeptionell
Körperliche Inaktivität
Familiäre Diabetesbelastung
Ethnische Risikopopulation (z. B. Asien, Lateinamerika)
Geburt eines Kindes > 4500 g
GDM anamnestisch
RR > 140/90 mm Hg oder Antihypertensiva
Dyslipidämie präkonzeptionell
Polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS)
Früherer Prä-Diabetes
Klinische Insulinresistenz
KHK, periphere arterielle Verschlusskrankheit
Zerebral-arterielle Makroangiopathie
Kontrainsulinäre Medikation (z. B. Glukokortikoide, L-Thyroxin, Progesteron)